Rechtsrheinisches Köln: Imagewandel

Die seit Jahren unter dem stiefmütterlichen Image leidende rechte Rheinseite Kölns holt auf. „Schäl Sick“ – die falsche Seite, das war einmal. Fast seit der Gründung Kölns litt die rechte Rheinseite mit den Stadtteilen Deutz, Mülheim und Kalk unter ihrem schlechten Ruf. Das lässt sich auf die alten Römer zurückführen, als diese einst auf der linken Rheinseite die Stadt gründeten. Der Rhein bildete damals die Grenze zu den Germanen, die die Römer für rückständig hielten.

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Der rechtsrheinische Lanxess Tower. Bild: pixabay.com

Die rechte Rheinseite Kölns war jahrelang geprägt von der Industrie. Seit 20 Jahren erfährt das Gebiet eine Umwandlung. Hotels, ein Einkaufscenter sowie die Lanxess Arena haben sich angesiedelt. Kultur- und Medienschaffende zogen in die alten Fabrikhallen im Mülheimer Schanzenviertel.

Die Stadt möchte das Potential rechtsrheinisch nutzen, denn das rund eine Million Einwohner umfassende Köln wird laut Prognosen bis zum Jahre 2029 rund 52.000 zusätzliche Wohnungen benötigen. In den nächsten 10 bis 15 Jahren wird sich das Gebiet  auf der rechten Rheinseite komplett verändern.

Die Umstrukturierung des Deutzer Hafens zu einem Wohn- und Büroviertel ist eines der größten Projekte. Bis zu 5000 Arbeitsplätze und Wohnraum für 4500 Menschen entstehen hier. Das Kopenhagener Büro Cobe möchte die Kranbahnen und den ehemaligen Löschkran erhalten und am südlichen Ende des Hafenbeckens ein Regenwasser-Schwimmbad errichten.
Die Stadtentwicklungsgesellschaft „Moderne Stadt“ hat zur Beschleunigung der Hafenumnutzung bereits die Ellmühle für angeblich 80 Millionen Euro gekauft. Bis Ende 2020 soll der Betrieb weiterlaufen.

Genaue Pläne für die Umwandlung des ehemaligen Industriehafens sind im Frühjahr 2017 zu erwarten. Ab 2020 könnte dann gebaut werden, nachdem die Altlasten beseitigt sind. Rund 60 Prozent des Viertels sollen dem Wohnungsbau gewidmet werden.

Neben dem Großprojekt des Deutzer Hafens sorgt die rund 70 Hektar doppelt so große „Messe-City“ für neues Leben auf der rechten Rheinseite. Im Mülheimer Süden entsteht ein gemischtes Viertel aus Arbeiten und rund 3000 Wohnungen. Alte Industriearchitektur soll erhalten bleiben in Kombination mit modernen Neubauten.

Weiter südlich auf der rechten Rheinseite in Niederkassel errichtet die Bonava Deutschland GmbH mit dem Neubauprojekt „Wohnen in Niederkassel-Rheidt“ neue Eigentumswohnungen.

Aktuelle Neubauprojekte im Großraum Köln finden Sie auf dem neubau kompass.